[Tutorial] Kleidchen mit Rüschen

Das Junimädchen braucht dringend neue Sommerkleider. Jeans zieht sie gar nicht mehr an, hier werden nur noch Kleidchen mit (oder bei warmem Wetter gern auch ohne) Leggings getragen. Na wegen mir ok, nähe ich halt noch welche. Und im Winter kann sie die dann auch mit Langamshirt und Strumpfhosen tragen…. und später dann das Augustbaby! Hier kommt ja nix weg.
Die Fotos hatte ich auf Instagram schon mal gezeigt, das Kleidchen wird mittlerweile auch heiß geliebt und da die Rüschen unten eigentlich ziemlich einfach sind dachte ich mir, ich versuch mich mal an einem kleinen Tutorial dazu. Vielleicht mag das ja jemand nachnähen und muss dann nicht selbst rumtüfteln wie ich.

Ihr braucht einen beliebigen Schnitt für ein Oberteil. Von der Länge her sollte das Ganze über den Po gehen, also entweder ein verlängertes Shirt oder ein Longshirt oder ein Kleid mit gradem Abschluss unten. Theoretisch muss das noch nicht mal selbstgenäht sein, es geht auch ein gekauftes Oberteil. Ich habe mir für meine Beispiele einfach ein gut passendes Kleid des Junimädchens kopiert.

Zusätzlich braucht ihr für Vorder- und Rückseite je drei Streifen für die Rüschen. Messt unten an Vorder- und Rückenteil die Breite aus und addiert 50%. Bei mir hatten beide Teile jeweils 40 cm Breite und ich habe die Rüschenstreifen 60cm lang gewählt. Die Streifen sind bei mir 4, 8 und 10 cm hoch. Das ist Geschmackssache. je nach Musterverlauf könnt ihr parallel oder senkrecht zum Fadenlauf zuschneiden. Beim Zuschnitt senkrecht zum Fadenlauf (also parallel zur Webkante) rollt sich der Jersey so ein, dass man hinterher die rechte (also schönere) Stoffseite sieht. Falls es bei euch vom Musterverlauf passt, würde ich das empfehlen. Beim Trollkleidchen habe ich die Streifen parallel zum Fadenlauf zugeschnitten, hier sieht man dann leider hinterher auch die unschöne, weiße linke Stoffseite. Ging aber vom Muster her nicht anders. Beim Geburtstagskleidchen konnte ich senkrecht zum Fadenlauf zuschneiden. Das sieht vom Endergebnis hier deutlich besser aus.

Die insgesamt sechs Stoffstreifen kräuselt ihr nun an der oberen Seite ein. Ich nähe übrigens mit einer ganz normalen Nähmaschine. Das geht. Eine Overlock ist nett aber kein muss… geht alles auch ohne! Zum Kräuseln nehmt ihr den ganz normalen Gradstich mit größtmöglicher Stichlänge. Zusätzlich stellt ihr an der Nähmaschine die Oberfadenspannung auf die höchste Stufe. Lasse die Fadenenden lang und nähe einmal ohne zu verriegeln an der oberen Kante innerhalb der Nahtzugabe entlang. Wenn du anschließend am Oberfaden ziehst kräuselt sich der Stoff ein. Verteile die Falten gleichmässig und verknote jeweils Ober- und Unterfaden an beiden Seiten miteinander. Du kannst die Falten noch fixieren indem du mit einem Zickzackstich nochmal über die Naht nähst. Alternativ zum Kräuseln kannst du natürlich auch ganz viele kleine Kellerfalten nähen…. wer das mag…..Gummiband wäre eine dritte Alternative. Das würde ich hier aber nicht empfehlen, da sonst beim finalen zusammennähen drei Gummibänder übereinanderliegen. Das sieht nicht nur dick und wulstig aus sondern trägt sich mit Sicherheit auch nicht angenehm.

Wenn du alle sechs Rüschenteile (je drei für vorne und hinten)  gekräuselt hast steckst du die mit den gekräuselten Seiten rechts auf rechts unten an Vorder- und Rückenteil. Den schmalen Streifen nach innen, den breiten ganz nach außen. Ich habe das Ganze jetzt erst mal mit einer Hilfsnaht fixiert. Gradstich mit großer Stichlänge oder Zickzackstich.

Jetzt einmal umdrehen und kontrollieren ob die drei Streifen alle auf gleicher Höhe enden. Also an Vorder- und Rückenteil. Falls ja – prima, Falls nicht und die Abweichung sehr groß ist – auftrennen und korrigieren. Kleinere Abweichungen können beim zusammennähen noch kaschiert werden.

Jetzt kannst du die mittlere und schmale Rüsche mit einem Rollsaum versehen. Ich mache das ganz einfach mit meiner Nähmaschine indem ich einen relativ schmalen Zickzackstich wähle und damit ganz am äußersten Rand des Stoffes entlangnähe. Immer so dass die Nadel einmal in den Stoff und einmal ausßerhalb einsticht. Dabei ziehe ich richtig fdest am Stoff, also genau so wie man das sonst auf keinen Fall machen sollte. Durch das Ziehen wellt sich der Stoff und durch den Zickzackstich wird er am Rand versäubert. Man kann das entweder mit einem Garn in Kontrastfarbe oder mit einem Garn dass sich dem Stoff anpasst nähen. Je nachdem welchen Effekt man erzielen will. Ich nähe meistens 2-3mal rum. Das ist Geschmackssache.

Wenn die beiden Streifen mit einem Rollsaum versäubert sind kann man die Seiten des Shirets zusammennähen. Dazu stecke ich zunächst die beiden schmalsten Streifen mit der Rollsaumkante bündig aufeinander und nähe diese mit einem Gradstich zusammen. Dadurch kann ich sichergehen, dass die Kanten auch passgenau aufeinandertreffen. anschliessend wiederhole ich diesen Schritt mit den beiden mittleren Streifen. Dabei müssen die beiden schmalen Streifen natürlich auch mit gefasst werden. Als letzten Schritt nähe ich die kompletten Seiten des Shiarts inkl. der Rüschenstreifen zusammen. Jetzt wenden und kontrollieren ob alles passt. Wenn ja – super. Falls nicht, ggf. auftrennen und korrigieren.

Als letztes wird nun noch die unterste Rüsche in einem Schritt komplett mit einem Rollsaum versehen – fertg!

 

 

 

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Über Ina

Ich heiße Ina und wohne mit meiner Familie kurz vor den Toren von Hamburg in Niedersachsen. Hier wuseln seit 2012 noch das Junimädchen und seit 2016 das Augustbaby rum. Damit sind wir zu viert und komplett.

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