Archiv für den Monat: August 2017

[Tutorial] Kleidchen mit Rüschen

Das Junimädchen braucht dringend neue Sommerkleider. Jeans zieht sie gar nicht mehr an, hier werden nur noch Kleidchen mit (oder bei warmem Wetter gern auch ohne) Leggings getragen. Na wegen mir ok, nähe ich halt noch welche. Und im Winter kann sie die dann auch mit Langamshirt und Strumpfhosen tragen…. und später dann das Augustbaby! Hier kommt ja nix weg.
Die Fotos hatte ich auf Instagram schon mal gezeigt, das Kleidchen wird mittlerweile auch heiß geliebt und da die Rüschen unten eigentlich ziemlich einfach sind dachte ich mir, ich versuch mich mal an einem kleinen Tutorial dazu. Vielleicht mag das ja jemand nachnähen und muss dann nicht selbst rumtüfteln wie ich.

Ihr braucht einen beliebigen Schnitt für ein Oberteil. Von der Länge her sollte das Ganze über den Po gehen, also entweder ein verlängertes Shirt oder ein Longshirt oder ein Kleid mit gradem Abschluss unten. Theoretisch muss das noch nicht mal selbstgenäht sein, es geht auch ein gekauftes Oberteil. Ich habe mir für meine Beispiele einfach ein gut passendes Kleid des Junimädchens kopiert.

Zusätzlich braucht ihr für Vorder- und Rückseite je drei Streifen für die Rüschen. Messt unten an Vorder- und Rückenteil die Breite aus und addiert 50%. Bei mir hatten beide Teile jeweils 40 cm Breite und ich habe die Rüschenstreifen 60cm lang gewählt. Die Streifen sind bei mir 4, 8 und 10 cm hoch. Das ist Geschmackssache. je nach Musterverlauf könnt ihr parallel oder senkrecht zum Fadenlauf zuschneiden. Beim Zuschnitt senkrecht zum Fadenlauf (also parallel zur Webkante) rollt sich der Jersey so ein, dass man hinterher die rechte (also schönere) Stoffseite sieht. Falls es bei euch vom Musterverlauf passt, würde ich das empfehlen. Beim Trollkleidchen habe ich die Streifen parallel zum Fadenlauf zugeschnitten, hier sieht man dann leider hinterher auch die unschöne, weiße linke Stoffseite. Ging aber vom Muster her nicht anders. Beim Geburtstagskleidchen konnte ich senkrecht zum Fadenlauf zuschneiden. Das sieht vom Endergebnis hier deutlich besser aus.

Die insgesamt sechs Stoffstreifen kräuselt ihr nun an der oberen Seite ein. Ich nähe übrigens mit einer ganz normalen Nähmaschine. Das geht. Eine Overlock ist nett aber kein muss… geht alles auch ohne! Zum Kräuseln nehmt ihr den ganz normalen Gradstich mit größtmöglicher Stichlänge. Zusätzlich stellt ihr an der Nähmaschine die Oberfadenspannung auf die höchste Stufe. Lasse die Fadenenden lang und nähe einmal ohne zu verriegeln an der oberen Kante innerhalb der Nahtzugabe entlang. Wenn du anschließend am Oberfaden ziehst kräuselt sich der Stoff ein. Verteile die Falten gleichmässig und verknote jeweils Ober- und Unterfaden an beiden Seiten miteinander. Du kannst die Falten noch fixieren indem du mit einem Zickzackstich nochmal über die Naht nähst. Alternativ zum Kräuseln kannst du natürlich auch ganz viele kleine Kellerfalten nähen…. wer das mag…..Gummiband wäre eine dritte Alternative. Das würde ich hier aber nicht empfehlen, da sonst beim finalen zusammennähen drei Gummibänder übereinanderliegen. Das sieht nicht nur dick und wulstig aus sondern trägt sich mit Sicherheit auch nicht angenehm.

Wenn du alle sechs Rüschenteile (je drei für vorne und hinten)  gekräuselt hast steckst du die mit den gekräuselten Seiten rechts auf rechts unten an Vorder- und Rückenteil. Den schmalen Streifen nach innen, den breiten ganz nach außen. Ich habe das Ganze jetzt erst mal mit einer Hilfsnaht fixiert. Gradstich mit großer Stichlänge oder Zickzackstich.

Jetzt einmal umdrehen und kontrollieren ob die drei Streifen alle auf gleicher Höhe enden. Also an Vorder- und Rückenteil. Falls ja – prima, Falls nicht und die Abweichung sehr groß ist – auftrennen und korrigieren. Kleinere Abweichungen können beim zusammennähen noch kaschiert werden.

Jetzt kannst du die mittlere und schmale Rüsche mit einem Rollsaum versehen. Ich mache das ganz einfach mit meiner Nähmaschine indem ich einen relativ schmalen Zickzackstich wähle und damit ganz am äußersten Rand des Stoffes entlangnähe. Immer so dass die Nadel einmal in den Stoff und einmal ausßerhalb einsticht. Dabei ziehe ich richtig fdest am Stoff, also genau so wie man das sonst auf keinen Fall machen sollte. Durch das Ziehen wellt sich der Stoff und durch den Zickzackstich wird er am Rand versäubert. Man kann das entweder mit einem Garn in Kontrastfarbe oder mit einem Garn dass sich dem Stoff anpasst nähen. Je nachdem welchen Effekt man erzielen will. Ich nähe meistens 2-3mal rum. Das ist Geschmackssache.

Wenn die beiden Streifen mit einem Rollsaum versäubert sind kann man die Seiten des Shirets zusammennähen. Dazu stecke ich zunächst die beiden schmalsten Streifen mit der Rollsaumkante bündig aufeinander und nähe diese mit einem Gradstich zusammen. Dadurch kann ich sichergehen, dass die Kanten auch passgenau aufeinandertreffen. anschliessend wiederhole ich diesen Schritt mit den beiden mittleren Streifen. Dabei müssen die beiden schmalen Streifen natürlich auch mit gefasst werden. Als letzten Schritt nähe ich die kompletten Seiten des Shiarts inkl. der Rüschenstreifen zusammen. Jetzt wenden und kontrollieren ob alles passt. Wenn ja – super. Falls nicht, ggf. auftrennen und korrigieren.

Als letztes wird nun noch die unterste Rüsche in einem Schritt komplett mit einem Rollsaum versehen – fertg!

 

 

 

[6K12B] Der Augustblock „Card Trick“

Ich mach es mal kurz. Jedes Teil ca. fünfmal zugeschnitten und doch irgendwie alles krumm und schief und die einzelnen Teile zu klein – also einfach murksig. Räumliches Denken ist Glückssache, zumindest bei mir und im August. Abgesehen davon liegt das Ganze hier seit knapp drei Wochen rum und mir fehlt einfach die Zeit um irgendwas ordentliches zu schreiben und von daher unkommentiert ein paar Fotos. Im September dann wieder mehr…. vielleicht 😉

Vielen Dank an Nadra von Ellis&Higgs, da gibt es die Anleitung, die ist wie immer wundervoll und es lag an meinem Unvermögen, nicht daran 🙂

[Tutorial] Stoffreste-Memory

Das Junimädchen spielt total gerne Memory. Und sie ist darin auch richtig gut und zockt uns Große gern ab. Mit fünf Jahren geht das. Leider möchte das Augustbaby auch gern mitspielen und grabscht nach den Karten und steckt die in den Mund. Das sorgt hier regelmäßig für Stress unter den Schwestern.

Abhilfe schafft das unser neues Stoffrestememory, was ich aus Stoffresten (wie der  Name ja schon sagt) genäht habe. Das ist super. Die Kleine kann die Stoffkarten hemmungslos knautschen und schmeißen und wegen mir auch in den Mund nehmen und die Große kann spielen.

Material:

  • Stoffreste aller Art – auch kleinste Fitzel lassen sich hier sehr schön verarbeiten
  • Einheitlicher Stoff für die Vorder- und Rückseiten der Karten (Menge hängt von der Anzahl der Karten ab)
  • Verstärkung für die Karten, was halt da ist. Volumenvlies (H630 oder sogar H640) macht sich sicherlich gut, damit es etwas griffiger wird. Ich habe tatsächlich einfach Bastelfilz genommen, der lag hier noch rum, der musste weg.

Anleitung:

Aus dem einheitlichen Stoff schneidet ihr pro Memorykartenpaar vier Quadrate aus. Ich habe hier 10×10 cm genommen, das ergibt bei einer Nahtzugabe von einem Zentimeter hinterher Karten von 8×8 cm Größe und passt gut in kleine Hände. Gut und schnell geht das Zuschneiden mit einem Rollschneider. Etwas langsamer natürlich auch mit einer Schere.

Von der Verstärkung braucht ihr pro Kartenpaar jeweils zwei Quadrate von 8×8 cm (also der hinterher fertigen Kartengröße). Falls ihr Volumenvlies verwendet könnt ihr das einfach mittig auf die Rückseite der Hälfte der Quadrate gemäß Herstellerangaben aufbügeln. Alles andere wird aufgenäht. Ich habe das einfach diagonal mit einem kontrastfarbigen Nähgarn gemacht.

Jetzt kommen die Stoffreste zum Einsatz. Ihr braucht pro Kartenpaar zwei gleiche Stoffstücke. Die können jede beliebige Form haben, maximal natürlich die Größe der Karten. Die Stoffe näht ihr einfach auf die rechte Seite der verstärkten Stoffteile auf. Theoretisch könnt ihr die natürlich vorher noch mit Vliesofix fixieren und aufbügeln, das habe ich mir aber erspart. Hier kann und darf gern gepfuscht werden. Ein paar Falten machen das nämlich für kleine Kinder und Babys nochmal viel spannender. Wer Lust hat verziert die Karten nun noch mit ein paar farbigen Kontrast- oder Ziernähten. Webbänder gehen auch schön.

Wenn alle Stoffstücke aufgenäht sind nehmt ihr jeweils ein unbenähtes Quadrat und ein benähtes, verstärktes Quadrat, legt diese rechts auf rechts aufeinander und näht mit einem Zentimeter Nahtzugabe einmal ringsum. Wendeöffnung nicht vergessen 😉 Die Nahtzugabe könnt ihr dann noch ein Stück zurückschneiden.

Nun noch wenden und die Ecken mit einem Stäbchen oder ähnlichem ausformen. Einmal rundherum absteppen, dabei wird die Wendeöffnung praktischerweise gleich mit verschlossen.
 

Fertig ist euer Stoffrestememory. Zur Zeit hat das Augustbaby viel Freude daran, die einzelnen Teile aus dem Körbchen zu ziehen und in der Gegend zu verteilen. 

Viel Spaß beim Nachnähen und Spielen! Und wer ein Memory nach meiner Anleitung genäht hat und gern hier verlinkt werden möchte – schreibt mir einfach einen Kommentar mit Link zum Blog.